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Es ist September 2021 – es wirkt, als stündest du am Anfang – zwischen den Stühlen und Themen – und konntest dich nicht entscheiden – Geldleben oder Kunstwarten, du hast das nie entschieden und nun stehst du wieder vor diesen beiden Türen: Geldleben oder Kunstware –

Sie rennen dir irgendwann die Tür ein, dachtest du, heute ist es dir egal, deswegen sie bald vor der Tür stehen und dich fragen, wie du all das geschafft hast. Was hast du geschafft? Nun – mich. Und die, die sich kaum mehr erinnern wollen – dass sie mich brauchten, das zu schaffen, was sie geschafft haben: sich ein eigenes Werk aufbauen – das sie sich im Übrigen auch nur geliehen haben von ihrem Star – dieser Star sie selbst wurden, so sehr, dass sie sich von ihm emanzipieren wollten – was alles so Zeitgeistwünsche sind – sich emanzipieren – und später sitzt du hinter der Glasscheibe einer Tür, die sich nicht mehr öffnet.

Musste viel an Robert denken heute. Er ist schon fünf Jahre nicht mehr unter uns. Gestern erst bin ich all die Wege abgelaufen, die wir zusammen abliefen. Die Orte haben ihr Gesicht verschenkt, heute begegnen dir dort Leute einer selbsterfüllenden Aussage vom Laisser-faire, sie scheinen nichtmal mehr zu turteln oder zu flirten, sondern Statussymbol ihrer selbst zu sein dort vor dem Badhotel in der Oderbergerstraße – auffällig viele Kinderwagen wurden geschoben – Bürgertum, das das Bürgersein zu erlernen scheint.

Die Stadt entleert ihre sexy Seele und füllt sich mit den Plattitüden, die ich in ihr sehe.

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