Rosa Schnell

Nomen est Omen. Es ist nicht leicht, über sie etwas zu sagen, sie hält sich zurück. Den Verdacht, dass letzten Endes sie das Buch geschrieben hat, muss Micha eines Abends vor dem Fernseher neidvoll bestätigen. Dort sitzen Herr Dr. Brunner und weitere aus der Reihe wir urteilen, Sie lesen und loben das Buch von Rosa Schnell in höchsten Tönen. Das Buch heißt aber nicht Blunatek, wie von Micha vorgesehen, sondern „Schnell noch einen Imbiss ziehen.“ Sie macht sich lustig, folgert Micha daraus und will einmal mehr alles in sein Tagebuch aufnehmen.

Dass Rosa allerdings ihn und Simon und Rainer und Robert untereinander austauscht, macht die Sache nicht leichter. Und so kommen die Literaturkritikerinnen zu dem einhelligen Urteil, dass man sich schon auf die Figuren und die Erzählerinnenperspektiven einlassen muss, will man das Buch nicht einfach …

Unschwer zu erkennen. Micha hat das Spiel verloren. Das aber macht doch nichts, lieber Michael, dafür hat Rosa es gewonnen, und Simon hat auch etwas zurückbehalten und wir wollen nicht wieder alles auf die eigene Fahne malen, nicht wahr? Schreib einfach ein neues Buch.

Lieber Rainer. Nach dem, was ich seit Tagen verspüre, bin ich zum Ergebnis gekommen, dass es besser ist, wenn sich unsere Wege wieder trennen [eh sie nochmal zusammenfanden]. Es ist nicht recht, sich rundum zu belasten und die Fragen überhand werden zu lassen. Ich hoffe für Dich, dass Du Deinen Weg machst. Ich wünsche mir, dass wir uns weiterhin in leichter statt schwerer Erinnerung sehen. Glaub‘ mir, es ist besser für beide – in Liebe Rosa.

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